Bethel - Zwei Weltmeister trainieren beim Betheler Fußballcamp

Pressemitteilung

Zwei Weltmeister trainieren beim Betheler Fußballcamp

Wertvolle Tipps von Pierre Littbarski und Guido Buchwald

Bielefeld-Bethel. Passen, Schießen, Köpfen: Die dreitägige Fußballschule im Sportpark Gadderbaum stand für die Rekordteilnehmeranzahl von 160 Beschäftigten des Betheler Stiftungsbereiches proWerk ganz im Zeichen des runden Leders. Das Highlight für die Hobby-Kicker mit Einschränkungen waren die Trainingseinheiten samt Tipps von zwei Fußball-Weltmeistern. Neben Guido Buchwald, der bereits in den vergangenen Jahren in Bethel auf dem Platz stand, schnürte an zwei Tagen auch Pierre Littbarski seine Fußballschuhe auf dem Kunstrasenplatz. Beide eint nicht nur der Weltmeistertitel 1990 in Rom, sondern auch die Freude an der Verbindung von Sport und Inklusion. 

„Wenn man sieht, mit welcher Begeisterung die Menschen hier täglich dabei waren und wie viel Mühe sie sich gegeben haben, dann ist das sensationell“, schwärmte „Litti“, dem besonders der schnelle Lernfortschritt der Teilnehmenden aufgefallen ist. „Es spielt keine Rolle, mit wem man trainiert: Als wir bestimmte Abläufe in die Köpfe bekommen haben, funktionierte es bei der nächsten Übung schon spürbar besser.“ Auch für die Kommunikation mit den sprachlich teilweise eingeschränkten Menschen fand der langjährige Spieler des 1. FC Köln eine simple wie alltagsnahe Lösung: „Ich habe das ja während meiner Zeit in Japan selbst erlebt. Dann muss man eben mit Händen und Füßen kommunizieren.“

So unterschiedlich die Beeinträchtigungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind, so differenziert koordinierten die Trainer die Abläufe. An verschiedenen Stationen übten sie täglich mehrere Stunden Passen, Schießen, Kopfbälle und Zweikämpfe. Egal, ob ein Ball per Seitfallzieher sehenswert in den Winkel schoßen oder aber der Fünf-Meter-Pass mal nicht genau ankam – im Mittelpunkt stand immer der Spaß am Spiel: „Es ist einfach schön zu sehen, wie die Teilnehmenden miteinander umgehen und welche Emotionen der Sport bei ihnen auslöst. Da bekomme ich Gänsehaut“, schilderte Trainer Ulli Zinke seine Eindrücke der schweißtreibenden Einheiten. 

Dass auch mehrere Personen mit Rollatoren oder im Rollstuhl sowie Beschäftigte, die aus der Ukraine geflüchtet waren, an dem Fußballcamp teilgenommen haben, war für ihn das beste Beispiel der integrativen Wirkung von Sport. Über den sportlichen Ehrgeiz auf dem gut gefüllten Kunstrasenplatz freute sich auch Rainer Kobusch. Der Arminia-Präsident bezeichnete das Betheler Fußballcamp bei seinem Besuch als „ganz tolle Veranstaltung“, bei der nicht Tore, Punkte und Meisterschaften, sondern Bewegung und Miteinander im Vordergrund stünden. 

Aufgrund des unbeständigen Wetters an allen drei Tagen wurden kurzfristig noch Regenponchos organisiert. In den Pausen konnten sich alle Teilnehmenden zudem mit Tee oder Kaffee wärmen. „Für mich war es eine Freude zu sehen, wie die Menschen trotz des Regens unglaublich motiviert mitgezogen und im Training alles probiert haben“, zog Organisator Jochen Pape vom Betheler Stiftungsbereich proWerk ein zufriedenes Fazit. „Den Trainern um Guido Buchwald und Pierre Littbarski ist es super gelungen, alle Teilnehmenden entsprechend ihren Fähigkeiten miteinzubeziehen, sie zu motivieren und ihnen wertvolle Tipps mit auf den Weg zu geben.“ 

 

  • Bildzeile: Pierre Littbarski, Weltmeister von 1990, gab Oleksii Brovchenko vom Betheler Stiftungsbereiches proWerk während des dreitägigen Fußballcamps wertvolle Tipps. 
  • Foto: Simon Steinberg