Bethel - Historische Sammlung

Außenansicht von dem Haus Alt-Ebenezer.

Die Historische Sammlung Bethel ist ein Museum zur Geschichte der v. Bodelschwinghschen Stiftungen, untergebracht in dem Haus, in dem die Arbeit Bethels 1867 begann. Auf zwei Etagen gibt es Bethel Geschichte zum Ansehen und Anfassen. Die Schicksale von 11 in Bethel betreuter Personen ziehen sich als roter Faden durch die Ausstellung. Anhand ihrer Schicksale erfährt man wie sich die Pflege von Menschen mit Behinderungen sowie die Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten entwickelt haben und wie sich dies auf die Einrichtung ausgewirkt hat. Weitere Ausstellungsbereiche widmen sich den Betheler Hilfeangeboten für Menschen ohne Arbeit und Wohnung, Leben und Wirken der beiden von v. Bodelschwinghschen Anstaltsleiter sowie der Rolle Bethels im Nationalsozialismus.

Regelmäßig finden Wechselausstellungen zu Themen der Bethel Geschichte statt, in 2026 geht es um das Thema Wohnen. 

Sonderausstellung: “Die Wohnungsfrage des kleinen Mannes” - Bodelschwingh, Bethel und der Verein Arbeiterheim

“Die Wohnungsfrage des kleinen Mannes” hielt Friedrich v. Bodelschwingh für den Schlüssel zur Lösung der sozialen Frage des 19. Jahrhunderts. Er sah mit Sorge, dass im Zuge der Industrialisierung der gesellschaftliche Zusammenhalt schwand, die Kluft zwischen Arm und Reich wuchs und die christlichen Werte an Bedeutung verloren. Es entstand die Arbeiterbewegung, die sich für bessere Lebensbedingungen der Arbeiterschaft einsetzte. Auch Bodelschwingh empfand dies als notwendig, lehnte jedoch weitere politische Forderungen wie gleiche Rechte für alle sowie eine republikanische Staatsform ab. 

Bodelschwingh glaubte, die Arbeiterbewegung bekämpfen zu können, indem er den Arbeiterfamilien zu Wohneigentum verhalf. Er gründete den Verein Arbeiterheim, der bis zu seiner Auflösung ca. 400 Wohnhäuser u.a. in Gadderbaum, Brackwede,  Stieghorst, Heepen und im Bielefelder Westen errichtete. Sie lagen dort an der Roland-, Wittekind- und Kriemhildstraße, Straßen, die auch von Bethel gebaut wurden. Die Ausstellung widmet sich diesem besonderen Engagement Bethels.

19. April, 15 Uhr Eröffnung der Ausstellung durch Pastor Dr. Bartolt Haase

Öffnungszeiten:

  • 19.04 bis 21.05.26, Sonntag - Donnerstag 15 bis 18 Uhr
  • 26.05 bis 12.11.26, Dienstag bis Donnerstag 15 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung

     

Einladung Sonderausstellung

Neben Führungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten - wie etwa der Entwicklung von Epilepsiebehandlung und Psychiatrie, der Entwicklung der Einrichtungen und Pflege oder der Geschichte der Familie von Bodelschwingh - gibt es spezielle Angebote für Schüler und Auszubildende:

Thema „Pflege”:

Wie sah Pflege früher aus? Wer hat gepflegt? Welche Philosophie steckte dahinter? Welche Hilfsmittel hatte man? Dies und vieles mehr kann man im Rahmen einer Führung durch die Ausstellung und durch Ausprobieren erfahren. Die Schülerinnen und Schüler können ausprobieren wie es ist einen etwa 100 Jahre alten Rollstuhl zu fahren oder einen zu Pflegenden aus dem Torfbett zu heben.

Thema „Zwangssterilisation und Euthanasie - Menschen mit Behinderungen in der NS-Zeit“:

Dieses Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse. Anhand der Auswertung historischer Dokumente, der Auswertung von Filmen und einer Rallye durch die Ausstellung können die Themen Zwangssterilisation und Euthanasie allgemein und Bethels Rolle in der NS-Zeit im Besonderen erarbeitet werden (Dauer ca. 3 Stunden).

Thema Wissen stärkt Demokratie

Wer die aktuelle öffentliche Berichterstattung und den politischen Diskurs verfolgt, kann den Eindruck gewinnen, als ob rechtsextreme, nationalistische, fremden- und demokratiefeindliche Positionen wieder mehr Akzeptanz finden. In Teilen der Gesellschaft scheint es geradezu modern zu sein, den Nationalsozialismus und dessen Gräueltaten wie die Ermordung von Millionen Juden, Menschen mit Behinderungen und Andersdenkenden zu relativieren. Dies geschieht meist vor dem Hintergrund fehlender Kenntnisse über das Entstehen von Rassismus, Eugenik, Nationalsozialismus und den historischen Zusammenhängen. 

Die Nationalsozialisten sind 1933 nicht vom Himmel gefallen, sondern haben die Macht vor dem Hintergrund einer bestimmten politischen Entwicklung übernommen. Sie konnten dabei auf rassistisches und eugenisches Denken (Lehre von der Verbesserung des menschlichen Erbgutes) aufbauen, das sich schon im 19. Jahrhundert entwickelt hat. Einrichtungen wie Bethel wurden immer wieder mit den Auswirkungen dieses Denkens konfrontiert. Auch viele der fremden- und demokratiefeindlichen Positionen, denen wir heute begegnen, lassen sich darauf zurückführen.

Das Programm „Wissen stärkt Demokratie“ versucht anhand von Textarbeiten in Kleingruppen und  Diskussionen im Plenum sowie Führungen durch die Ausstellung, diese Mechanismen und Hintergründe aufzuzeigen. 

Dauer: Kurzfassung 2 Stunden, Langfassung 4-5 Stunden

Zielgruppen: Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 und Erwachsene 

Teilnehmendenzahl bis 12 Personen

Für Schülerinnen und Schüler im Grundschulalter gibt es spezielle Führungen mit vielen Möglichkeiten, Dinge auszuprobieren,

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

 

Vom 23.12.2025 bis zum 02.01.2026 ist die Historische Sammlung geschlossen. Ab dem 6.Januar 2026 kann das Museum wieder besucht werden.

 

 

Kontakt

Historische Sammlung

Kantensiek 9

33617 Bielefeld