Bethel - Pastor Dr. Bartolt Haase ist neuer Bethel-Chef
Mit kurzem Draht zu den Menschen
Zwitschernde Vögel, würzige Waldluft, steile Hänge und (vielleicht) müde Waden … Pastor Dr. Bartolt Haase weiß, wie sich die Strecke von seinem Zuhause in Oerlinghausen bis Bielefeld-Bethel anfühlt. Den Hermannsweg auf dem Kamm des Teutoburger Waldes kennt er gut. Ebenso vertraut ist ihm Bethel selbst – was ihm den Start in sein neues Amt als neuer und mittlerweile zehnter Vorstandsvorsitzender erleichtert.
Bereits seit Januar 2022 gehört Pastor Haase dem Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel an. Sein Büro im vierten Obergeschoss der Hauptverwaltung hat er im Februar geräumt und auf derselben Etage das größere Büro seines Vorgängers Pastor Ulrich Pohl bezogen. Damit endete zwar eine Ära. Sicher ist aber auch: Ein Lipper kommt für einen Lipper. Denn Pastor Pohl stammt aus Lage, Pastor Haase aus Detmold.

Für atmosphärische Kontinuität in den neuen vier Wänden hat Pastor Dr. Bartolt Haase ebenfalls gesorgt. Einige handgearbeitete Möbel und eindrucksvolle Bilder will der 50-jährige Theologe aus seinem bisherigen Büro mitnehmen. „Das sind Erinnerungen an meine spannende Zeit in der Stiftung Eben-Ezer in Lemgo, die mich sehr geprägt hat“, sagt er. Die Möbel sind in der Tischlerei des Eben-Ezer-Bereichs „eeWerk“ entstanden, die Bilder haben ihm Menschen mit Beeinträchtigungen aus der dortigen Kunstwerkstatt geschenkt. Pastor Haase erinnert sich gerne an Eben-Ezer, seine letzte Station vor Bethel. Die Stiftung hatte er seit 2013 als Theologischer Vorstand geleitet. „Die Arbeit dort war sehr intensiv, besonders der mehrjährige Prozess, in dem Eben-Ezer als fünfte Stiftung dem Bethel-Verbund beitrat“, erzählt er. In der Rückschau sei der Beitritt Anfang 2022 genau die richtige Entscheidung gewesen, auch um Anschluss an überregionale Strukturen zu bekommen.
Nun aber Bethel, womit Pastor Haase im diakonischen Kontext bleibt, sich aber in deutlich größeren Zusammenhängen für kranke, beeinträchtigte und benachteiligte Menschen einsetzen kann. In Eben-Ezer hatte er einen kurzen Draht zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere aber zu den Menschen mit Behinderungen. Das bleibt ihm eine Herzensangelegenheit und sei bei ihm „früh angelegt“. „In jungen Jahren hätte mein Weg auch in Richtung Sonderpädagogik gehen können“, erinnert sich Pastor Haase. Seinen Zivildienst leistete er beim Lippischen Blindenwerk in Detmold, wo er in die Betreuung eingebunden war.
Letztlich entschied Pastor Dr. Bartolt Haase sich aber doch für die Theologie. „Wobei mein Vater mich ausdrücklich nicht dazu gedrängt hat“, bemerkt er lächelnd. Bartolt Haase entstammt einem Pfarrhaus in Detmold. Das habe ihn natürlich geprägt, sagt der vierfache Familienvater.

Pastor Haase begann seinen beruflichen Werdegang eines Theologen mit Studien in Wuppertal, Göttingen, Groningen und Paderborn. Es folgte die Promotion zum Thema „Reformationsgeschichte in Lippe“ an der Universität Göttingen, wo er zudem am Lehrstuhl für Reformierte Theologie wissenschaftlich tätig war. Nach dem Vikariat in der Kirchengemeinde St. Johann in Lemgo und in der Stiftung Eben-Ezer wurde Pastor Haase 2006 in der Lippischen Landeskirche ordiniert. Anschließend war er für ein Jahr an der Erlöserkirche Jerusalem. „Für einen Theologen ist es natürlich etwas ganz Besonderes, dort ein komplettes Jahr mit allen christlichen, aber auch jüdischen und muslimischen Festen im Zentrum der Weltreligionen mitzuerleben.“
Bis zu seinem Dienstantritt als Vorstand der Stiftung Eben-Ezer war Bartolt Haase Assistent des bisherigen Vorstandsvorsitzenden der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Pastor Ulrich Pohl. Im Laufe dieser Assistenzjahre habe sich der Wunsch verfestigt, in der Diakonie zu bleiben und Leitungsaufgaben zu übernehmen. Pastor Haase: „Im Rückblick kann ich sagen: Ja, meine bisherigen Stationen haben mich ein Stück weit auf meine neue Aufgabe vorbereitet.“
