Helfen lohnt sich

Odette Selders führt ihre Hündin zu Bärbel Hilgner. Die alte Dame beugt sich in ihrem Rollstuhl nach vorn und beginnt, Maya zu streicheln. „Meine kleine Süße“, flüstert Bärbel Hilgner, „ich habe dich so gern.“ Odette Selders sieht lächelnd zu. Einmal pro Woche macht sie den Menschen im Haus Adullam in Bielefeld-Bethel mit ihren Besuchen mit Maya eine Freude. Eine Bezahlung verlangt sie dafür nicht; ebenso wenig für ihre anderen Tätigkeiten in Bethel. Odette Selders ist Ehrenamtlerin. Aus voller Überzeugung. 

„Ich wollte gern auch außerhalb meiner Arbeit etwas Sinnvolles tun“, erklärt die 45-Jährige, wie sie zu ihren ehrenamtlichen Aufgaben kam. Odette Selders hat im Fach Psychologie promoviert und arbeitet in Teilzeit als Referentin für Karriereentwicklung an der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld. Bei einer Internetrecherche stieß sie auf Bethels Büro für bürgerschaftliches Engagement und traf kurz darauf Mitarbeiterin Susanne Kamp zu einem Gespräch über ihre Interessen und mögliche Tätigkeitsfelder. 

Mittlerweile hat Odette Selders gleich drei ehrenamtliche Jobs in Bethel. Neben den Tagesgestaltenden Angeboten im Haus Adullam besucht sie regelmäßig das Pflegezentrum Haus Hannah. Dort begleitet Odette Selders zwei alte Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Sie macht mit ihnen kurze Spaziergänge durch das Haus, bei passendem Wetter auch in den Garten oder ins benachbarte Café. „Ihre Welt wird kleiner, weil die Kräfte alters- und krankheitsbedingt nachlassen“, erzählt sie. „Ich kann ihnen etwas Teilhabe und Gemeinschaft ermöglichen, indem wir uns unterhalten und gemeinsam etwas unternehmen.“ Außerdem ist sie sporadisch in der Freizeitschmiede im Einsatz und unterstützt die Mitarbeitenden bei Ausflügen und Aktionen, wie zum Beispiel mobilen Sommerfesten und Weihnachtsmärkten für Menschen mit Beeinträchtigungen. 

Das Engagement von Odette Selders weiß Dagmar Hell-Afoun, Mitarbeiterin im Haus Adullam, sehr zu schätzen: „Im Umgang mit ihr und Maya tauen unsere Menschen auf. Auch diejenigen, die nicht sprechen können.“ Beim Streicheln der Mischlingshündin, die Odette Selders aus einem rumänischen Tierheim adoptiert hat, werde Freude sicht- und spürbar. Aus dieser Freude entstünden Gespräche und aus den Gesprächen manchmal Ideen und Pläne. Dankbar für den Einsatz der Ehrenamtlerin ist auch Birgit Michels-Rieß. „Die Unterstützung von Frau Selders ergänzt die Möglichkeiten unserer Einrichtung besonders im Bereich der Einzelangebote“, sagt die Leiterin von Haus Hannah. „So ist Manches über das hinaus machbar, was unsere Betreuungskräfte gestalten.“

Auch die Ehrenamtlerin selbst findet ihre Tätigkeiten wertvoll. „Was ich mache, ist direkt sinnstiftend, weil ich den Menschen, die ich treffe und begleite, Freude bereiten kann. Und ich fühle mich zugehörig zu den Menschen in den Häusern, in denen ich bin“, sagt Odette Selders. Sie ergänzt: „Ich empfinde mein Ehrenamt auch als Horizonterweiterung. Ich mache wichtige neue Erfahrungen, denn mit Demenz und Behinderungen hatte ich vorher kaum Berührungspunkte.“ 

„Ich kann ehrenamtliches Engagement nur empfehlen.“
Odette Selders

Bethels Fortbildungsangebote für Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler nimmt Odette Selders gern wahr. Sie hat beispielsweise schon Kurse zu Kommunikationstechniken und schwierigen Verhaltensweisen anvertrauter Menschen belegt, genauso das Seminar „Reflexion: Mein Ehrenamt“. Sie hat weitere Bethel-Angebote besichtigt und kennengelernt und nimmt an der jährlichen Exkursion der Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler teil. 

Für sie steht fest: Ehrenamt lohnt sich. „Ich kann es nur empfehlen“, sagt Odette Selders. „Ehrenamtliches Engagement ist sinnstiftend, es kann Zugehörigkeit und Gemeinschaft ermöglichen und neue Lebensperspektiven eröffnen.“

Text: Philipp Kreutzer | Bild: Christian Weische

Vom 11. bis 20. September 2026 ist in Deutschland die Woche des bürgerschaftlichen Engagements. Rund 27 Millionen Menschen in unserem Land sind ehrenamtlich tätig. Das sind knapp 37 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Ihr bürgerschaftliches Engagement stärkt unsere Demokratie und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. In Bethel gibt es aus diesem Anlass die Kampagne „Herzensangelegenheit“. Diese zeigt einige der vielen Menschen, die sich bei uns und für die uns anvertrauten Menschen ehrenamtlich einsetzen. 

Hier finden Sie alle Infos zum Ehrenamt in Bethel.

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Odette Selders ist ehrenamtlich in Bethel tätig. Das heißt: Sie arbeitet mit, erhält dafür aber kein Geld. Sie besucht alte und kranke Menschen und hilft bei Freizeitangeboten. Auch ihre Hündin Maya bringt den Menschen Freude. Für Odette Selders ist Ehrenamt sinnvoll. Es bereichert ihr Leben und schafft Gemeinschaft.

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