Bethel - Bethel eröffnet neues Pflegeangebot

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Bethel eröffnet neues Pflegeangebot

Außenansicht vom Gebäude unter blauem Himmel

Das Haus Levi am Semmelweisweg in Eckardtsheim bietet Platz für 80 pflegebedürftige Menschen.

Gruppenbild von Vorstand und Leitungsteam im Haus Levi.
Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Dr. Bartolt Haase (v.l.), Bethel-Vorständin Pastorin Andrea Wagner-Pinggéra, Thomas Pollmann, Vorstand der Geschwister-Braunert-Stiftung, Bethel-Vorstand Dr. Simon Stark, Linda Bulthaup, Direktion der Bethel-Stiftungen Sarepta und Nazareth, und Einrichtungsleiter Manuel Abel freuen sich über die Eröffnung von Haus Levi.

Haus Levi im Bielefelder Ortsteil Eckardtsheim

Nach gut zweijähriger Bauzeit haben die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel jetzt im Bielefelder Ortsteil Eckardtsheim eine moderne Einrichtung für Pflegebedürftige eröffnet. Das Haus Levi am Semmelweisweg bietet 80 vollstationäre Pflegeplätze für Menschen mit schwersten Erkrankungen, Hirnschädigungen und Intensivpflegebedarf. Bislang einzigartig in Bielefeld ist das Angebot zur Versorgung von 24 demenziell erkrankten Menschen mit richterlichem Unterbringungsbeschluss. 

Das Haus Levi ist ein Ersatzneubau für das benachbarte Haus Elim, das den Anforderungen des Wohn- und Teilhabegesetzes nicht mehr entspricht. Diese sehen eine Unterbringung in Einzelzimmern mit eigenem Badezimmer sowie komplette Barrierefreiheit für Pflegeeinrichtungen vor. Über die künftige Nutzung von Haus Elim ist noch nicht entschieden worden. In Kürze steht für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeitenden der Umzug von Haus Elim in das neue Haus Levi an. Der Umzug wird für alle Beteiligten eine große Herausforderung sein. Krankenwagen und Intensivtransporte werden benötigt, um die teils beatmeten Menschen in ihr neues Zuhause zu bringen. 

 

„Wir möchten Räume schaffen, in denen Menschen nicht nur gepflegt, sondern gesehen und wertgeschätzt werden. Dafür steht Haus Levi – so, wie dafür bisher Haus Elim stand“, sagte Linda Bulthaup aus der Direktion der Bethel-Stiftungen Sarepta und Nazareth bei der feierlichen Eröffnung.  „Der Umgang mit Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung gehört zu unserer DNA“, betonte Bethel-Vorständin Pastorin Andrea Wagner-Pinggéra. „Wir möchten diesen Menschen helfen, ihr Leben so selbstbestimmt wie möglich zu führen. Und wenn das nicht möglich ist, wollen wir ihnen Schutz und Pflege bieten.“ 

Das Investitionsvolumen für den großen Backsteinbau im Grünen liegt bei 16,5 Millionen Euro. Mit gut 500.000 Euro hat die Geschwister-Braunert-Stiftung den Bau des Hauses unterstützt. „Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es wichtig, nachhaltige und zukunftsorientierte Pflegeangebote vor Ort zu schaffen“, sagte Stiftungsvorstand Thomas Pollmann. „Wir freuen uns, mit unserer Unterstützung dazu beitragen zu können, dass pflegebedürftige Menschen auch künftig in einem modernen und menschlich geprägten Umfeld versorgt werden.“ Die inzwischen verstorbenen Geschwister Eva Braunert und Barbara Braunert waren bis zum Jahr 2004 Gesellschafterinnen der Bielefelder Eilers-Werke.

Im Erdgeschoss des neuen Hauses ist Platz für 32 demenziell erkrankte Menschen. Zwei Wohngruppen mit je zwölf Plätzen sind für Patientinnen und Patienten vorgesehen, die auf der Grundlage eines richterlichen Unterbringungsbeschlusses im Haus Levi versorgt werden, weil sie wegen gerontopsychiatrischer Erkrankungen sich selbst und andere gefährden könnten. Diese geschlossenen und geschützten Wohngruppen und der weitläufige Garten sind daher so gestaltet, dass die Bewohnerinnen und Bewohner das Gelände nicht selbstständig verlassen können. Eine dritte Wohngruppe im Erdgeschoss bietet einen offenen Bereich. Dort gibt es acht Plätze für demenziell erkrankte Menschen. 

Ulrich Johnigk zeigt Besucherinnen und Besucher am Einweihungstag die Zimmer und erklärt die Ausstattung. Fotos: Christian Weische / v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
Ulrich Johnigk, Projektleiter der Bethel-Stiftungen Sarepta und Nazareth, zeigt Besucherinnen und Besuchern eines der 80 Einzelzimmer im neuen Haus Levi.

Im ersten Obergeschoss befindet sich der Wohn- und Pflegebereich von „Levi intensiv“. Dort gibt es 24 Plätze für außerklinische Intensivpflege. Dieses Angebot richtet sich beispielsweise an Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung oder solche, die an COPD oder ALS erkrankt sind. Das zweite Obergeschoss bietet zwölf Plätze für jüngere Pflegebedürftige im erwerbsfähigen Alter und weitere zwölf Plätze für Menschen mit komplexen Pflegebedarfen, etwa wegen eines sehr hohen Körpergewichts oder einer Vielzahl von Erkrankungen. 120 Mitarbeitende bilden das Team von Einrichtungsleiter Manuel Abel. Sie kommen aus verschiedenen Pflegeberufen mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten, damit eine bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten gewährleistet ist.

Alle 80 hell gestalteten Einzelzimmer einschließlich der individuellen Sanitärbereiche sind barrierefrei und rollstuhlgerecht. Die Wohn- und Gemeinschaftsräume sind im Bett liegend erreichbar. Auf jeder Etage steht zudem ein ausreichend großer, geschützter und selbständig nutzbarer Außenbereich in Form von Terrassen beziehungsweise Dachterrassen zur Verfügung. Das Gebäude ist zu allen Seiten offen und mit großen Fenstern ausgestattet worden. Auf dem Dach trägt eine Photovoltaikanlage zur nachhaltigen Stromerzeugung bei, Fassadenbegrünung vermindert die Aufheizung des Gebäudes.