Bethel - 50.000 Kilometer jährlich für Bethel unterwegs

David Braun sitzt hinter dem Lenkrad.

„Hallo, Schwester Annemarie! … Alles klar, in 20 Minuten bin ich da!“ David Braun beendet das Telefonat und startet den Motor für seine nächste Dienstfahrt. Die wievielte es in seinen 26 Jahren als Fahrer ist? Spontan kann der 65-Jährige es nicht sagen. „Was ich aber weiß: Jährlich komme ich auf durchschnittlich etwa 50.000 gefahrene Kilometer“, erzählt er. 

Die imposante Zahl, die bei der Hochrechnung entsteht, spielt für David Braun keine Rolle. Viel wichtiger sind ihm die Menschen, die zu ihm in den silberfarbenen Mercedes einsteigen. „Ich habe mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun, und ich bin viel unterwegs. Das erfüllt mich“, sagt David Braun, während er den Wagen aus der Ortschaft Bethel in Richtung Bielefelder Innenstadt lenkt. 

David Braun hilft Annemarie Hornbruch aus dem Auto.
Auf David Braun kann sich Schwester Annemarie Hornbruch verlassen.

Seit Mai 1999 ist David Braun mit einer halben Stelle vorrangig als Fahrer des Bethel-Vorstands im Einsatz. Mit einer weiteren halben Stelle steht er älteren Diakonissen als „Taxi“ zur Verfügung. „Ich fahre sie beispielweise zum Einkaufen, zur Sparkasse, zum Kaffeetrinken oder zu Arztterminen“, so der Berufsfahrer. 

Vor einer Zahnarztpraxis am Kesselbrink angekommen, steigt Schwester Annemarie Hornbruch herzlich grüßend zu ihm in den Wagen. David Braun hatte sie am frühen Morgen zu ihrem Termin gebracht. Nun muss die 83-Jährige zurück nach Hause in das Wohnstift Frieda v. Bodelschwingh auf dem Zionsberg. David Braun sei für sie seit vielen Jahren ein vertrautes Gesicht, so Schwester Annemarie. „Die Fahrten mit ihm sind sehr hilfreich, weil ich nicht mehr so gut laufen kann. Aber sie sind auch sonst sehr angenehm, weil wir uns schon sehr lange kennen und gerne ein wenig plaudern“, berichtet sie. 

David Braun ermöglicht den Diakonissen mehr Mobilität, als Mensch bedeutet er vielen aber noch deutlich mehr. Über die Jahre ist ein starkes Vertrauensverhältnis entstanden. „Darum wird mir vieles anvertraut. Oft bin ich auch als Ratgeber in ganz alltäglichen Dingen oder mit meinem offenen Ohr bei Problemen und Sorgen gefragt. Es ist halt ein Job wie kein anderer“, erzählt er. Hin und wieder wird David Braun um Gefallen gebeten, die streng genommen nicht in seine Jobbeschreibung passen, die er aber herzlich gerne erledigt, wenn es der Zeitplan erlaubt. „Dann kann es schon mal vorkommen, dass ich für eine Schwester Fotoabzüge abhole“, sagt er lächelnd. 

David Braun steht vor seinem Auto am Dankort.
»Oft bin ich auch als Ratgeber in ganz alltäglichen Dingen oder mit meinem offenen Ohr bei Problemen und Sorgen gefragt.«
David Braun

Längere Fahrten unternimmt David Braun überwiegend in seiner Rolle als Fahrer für Bethels Vorstandsvorsitzenden Pastor Ulrich Pohl und die anderen Vorstandsmitglieder. Die Touren gehen zu den unterschiedlichsten Terminen und zu weit verstreuten Zielen auf der Deutschlandkarte – vom Ruhrgebiet über den hohen Norden und Berlin bis ins Ahrtal oder nach Bad Kösen. „Das ist auch deshalb spannend, weil es um ganz andere Themen geht und darum ein abwechslungsreicher Kontrast zu den Fahrten mit den Diakonissen ist“, so David Braun. 

Denkt er zurück an den Beginn seiner Bethel-Dienstzeit, muss David Braun schmunzeln. „Als ich damals den Job als Vorstandsfahrer angeboten bekam, dachte ich mir: Okay, vorübergehend kannst du das ja machen. Aus ›vorübergehend‹ sind nun 26 Jahre geworden.“ 

Dass es nicht mehr Jahre werden, macht David Braun wehmütig. Zum Jahreswechsel (2025/26) ist er in den Ruhestand gegangen. Und der Bielefelder weiß: „Das wird mir fehlen! Ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gekommen – wirklich ausnahmslos!“ 

 

Text: Gunnar Kreutner | Bild: Matthias Cremer 

Diese Geschichte einfach gesprochen

David Braun ist seit 26 Jahren Fahrer in Bethel. Jährlich fährt er rund 50.000 Kilometer. Besonders wichtig sind ihm die Menschen: Vorstände und Diakonissen, für die er nicht nur Fahrer, sondern auch vertrauter Ansprechpartner ist.

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