„Wenn das mal gut geht mit dir“, meinte die Mutter skeptisch, als ihre damals 18-jährige Tochter 1951 die Pflegeausbildung als Diakonische Schwester in Bethel begann. Es ging gut. Es ging sogar so gut, dass Marianne Boberg nun ihr 75-jähriges Jubiläum in der Sarepta Schwesternschaft feiert. „Dabei konnte ich den Krankenhaus-Geruch nie leiden und galt bei meinem Eintritt wegen Kreislaufproblemen nur als bedingt tauglich“, erinnert sich die 93-Jährige.
Eigentlich wollte Marianne Boberg Erzieherin werden. Nach der Volksschule half sie in einem Kindergarten in Enger aus, der von einer Diakonisse geleitet wurde. Diese nahm die junge Frau mit zu Gottesdiensten und Einsegnungen nach Bethel. „Mir gefielen die Gemeinschaft und das Miteinander.“ Diakonisse wollte sie jedoch nicht werden. Dieser Entschluss enttäuschte nicht nur ihre Mentorin, sondern verbaute ihr auch die Chance, ihren Traumberuf zu ergreifen. Nur Diakonissen konnten zu jener Zeit in christlicher Tradition Kindergärtnerinnen werden.

